Die belgische Mezzosopranistin Aurélie Franck studierte gleichzeitig Gesang am Konservatorium und Theaterregie an der INSAS in Brüssel. Sie debütierte im Jahr 2007 unter Leitung von Hervé Niquet an der Academie von Ambronay und auf der Bühne der Königlichen Oper Walloniens, darauf folgten Rollen wie z.B. die Mélisande in Claude Debussys Pelléas et Mélisande in einer Inszenierung von Vincent Boussard am Opernstudio Ghent und Flore in Céphale et Procris von A.M. Grétry an der Oper Versailles unter der Leitung von Guy Van Waas. Im April 2010 sang sie die Nérine in La Provençale an der Opéra Comique in Paris mit der Troupe des Menus Plaisirs du Roy.

Aurélie Franck erhielt den Sonderpreis für junge Sänger von Juan Ocina beim Viñas Wettbewerb in Barcelona. Weiterhin war sie Stipendiatin der Wernaers- und Yamaha-Stiftung sowie im Jahre 2010 der Fondation belge de la Vocation und pflegte ihre Stilvielfalt, die über Barock- bis hin zu zeitgenössischer Musik reicht, in zahlreichen Meisterkursen, u.a. bei David Jones, Olga Pasichnyk, Eytan Pessen, Matthias Rexroth, Prof. Gerd Uecker, Emilio Pons, Nathalie Stutzmann, Peter Kooij, Michel Verschaeve, Vincent Dumestre, Claire Lefillâtre, Philippe Boesmans, Graham Johnson und Christoph Prégardien.

 

Den Komponisten Claude Ledoux inspirierte sie zu zahlreichen Vokalkompositionen und sang unter anderem die Uraufführung seiner Passio secundum Lucam im März 2008 in der Kathedrale St. Gudule in Brüssel sowie das Notizen-Fragment begleitet von der Organistin Cindy Castillo, in der Kitara Concert Hall in Japan. Mit diesem Stück waren sie ebenfalls bei dem Festival Ars Musica 2012 und Orgelkraft 2016 in Stavanger Konserthus zu Gast. Ihre Weltersteinspielung bisher unveröffentlichter Werke von Claude Ledoux und Jean-Pierre Deleuze (Fragments) gewann die "Octave de la Musique 2015" für die beste Aufnahme in der Kategorie "Zeitgenössische Musik".

Als geschätzte Interpretin zeitgenössischer Musik sang sie die Mezzosopran-Solopartie in der Oper Paulus von Thomas Jennefelt in einer Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin im September 2011. Für April 2014 ist sie als Solistin in Kopernikus von Claude Vivier in einer Koproduktion der Nederlandse Opera in Amsterdam, darauf folgte im Mai 2014 ein Konzert von John Adams Grand Pianola Music mit dem Ensemble Asko/Schoenberg unter dem Dirigat von Reinbert de Leeuw im Concergebouw Amsterdam. Im Juni 2014 begibt sie sich mit dem Vocalconsort Berlin mit The Photographer von Philip Glass auf Tournee. Sie kreierte ausserdem die Mezzo 1 Partie von den Lamentations von James Wood.

Ihre letzten Projekte beinhalteten die Partie der Mondfrau 1 (Zum Mond und zurück, Oper von Andrew Norman) unter der Leitung von Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie und ein Programm, das Claude Vivier gewidmet wurde, im Konzerthaus Berlin unter dem Dirigat von Vladimir Jurowski.

Im Januar 2019 wird sie an einer Uraufführung in der Staatsoper Berlin teilnehmen (Violetter Schnee, Beat Furrer)

 

Die Mezzosopran singt im klassichen Repertoire am liebsten Hosenrollen, z.B. im Sommer 2011 Nerone in Monterverdis L’Incoronazione de Poppea beim Opernfestival Schloß Rheinsberg oder Ramiro in La Finta Giardiniera im Bode-Museum (Berlin) in 2016. Andere Highlights ihrer Karriere inkludieren die Erste Hexe in Dido und Aeneas bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik unter der Leitung von Piers Maxim, in der Inszenierung von Laurence Dale, ihr Solo-Debut in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Iván Fischer in einer Bach-Kantate und ihr Solo-Debut im Konzerthaus als Solistin des Duruflés Requiems.

Mit der Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner war Aurélie als Penelope (Odysseus, C.Monteverdi) und als Euterpe in einer Inszenierung von Sigrid T’Hooft (Parnasso in Festa, Händel Festspiele Halle) zu erleben.

 

Zudem verbindet Aurélie ein rege Zusammenarbeit mit Ensemblen wie dem RIAS Kammerchor Berlin (2011-2013), Collegium Vocale Gent (2009-2015), Vocalconsort Berlin, Chorwerkruhr, Balthasar-Neumann Ensemble, CAV&MA und durfte mit Weltklasse Dirigenten wie René Jacobs, Philippe Herreweghe, Leonardo García Alarcón, Kaspars Putniņš, Rinaldo Alessandrini, Andrea Marcon, Yannick Nézet-Séguin, Ottavio Dantone, Kristjan Järvi… sowie mit Regisseuren wie Barrie Kosky, Calixto Bieito oder Peter Sellars zusammenarbeiten.